Dr. Miguel Corty bei QS24: „Ich will nicht krank werden“ Warum dieser Satz macht krank macht

Gedanken sind nicht nur Begleiter unseres Lebens. Sie können Wegweiser sein, aber auch Fehlprogrammierungen, innere Dauerschleifen und im ungünstigen Fall Mitverursacher von Stress, Beschwerden und Krankheit sein. Deswegen dürfen wir nicht alles glauben, was wir denken. Wer Gesundheit wirklich verstehen will, muss tiefer schauen als auf Laborwerte, Symptome oder Diagnosenamen. Es geht auch um Sprache,…

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Gedanken sind nicht nur Begleiter unseres Lebens. Sie können Wegweiser sein, aber auch Fehlprogrammierungen, innere Dauerschleifen und im ungünstigen Fall Mitverursacher von Stress, Beschwerden und Krankheit sein. Deswegen dürfen wir nicht alles glauben, was wir denken.

Wer Gesundheit wirklich verstehen will, muss tiefer schauen als auf Laborwerte, Symptome oder Diagnosenamen. Es geht auch um Sprache, emotionale Resonanz, unbewusste Muster, familiäre Prägungen und die Frage, ob ein Mensch überhaupt im Einklang mit seiner eigenen Natur lebt.
Dr. Miguel Corty war zu Gast bei QS24, dem Schweizer Gesundheitsfernsehen. Im Zentrum des Interviews stand die Verbindung von Ursache und Wirkung, Schulmedizin und Ganzheitsmedizin inkludiert, ohne ein Gegeneinander.

Dr. Corty: „Wir dürfen nicht alles glauben, was wir denken“ Warum ist das so?

Weil Denken nicht automatisch Wahrheit ist. Ein Gedanke kann sich vertraut anfühlen und trotzdem falsch, verzerrt oder unvollständig sein. Dr. Corty knüpft hier an moderne Hirnforschung und an das an, was heute oft unter neuro-linguistischen Mustern verstanden wird: Viele Menschen denken nicht bewusst, sondern gewohnheitsmäßig.

Es entstehen innere Automatismen. Wer morgens schon denkt: „Der Tag hat schlecht begonnen, das wird heute nichts mehr“, bringt sich innerlich sofort auf eine bestimmte Spur. Diese Spur beeinflusst Aufmerksamkeit, Verhalten, Körperspannung, Emotion und am Ende oft auch körperliche Reaktionen.

Genau hier wird der Satz medizinisch relevant. Es geht nicht um oberflächliches positives Denken. Es geht darum zu erkennen, dass ein Teil der eigenen Gedanken gar nicht frei gewählt ist, sondern aus Gewohnheit, Angst, Prägung und Umwelt stammt.

Welche Rolle spielt Paracelsus in diesem Denken?

Nach Dr. Corty war Paracelsus ein früher Wegbereiter einer Medizin, die den Menschen nicht nur als Körper, sondern auch als seelisch-geistiges Wesen versteht. Paracelsus verband Krankheit nicht allein mit Stoffen, Organen oder äußeren Einflüssen, sondern auch mit Denken, Emotion und innerer Haltung.

Viele Redewendungen, die bis heute im deutschen Sprachraum verwendet werden, gehen auf diese Verbindung zurück. Formulierungen wie „Das geht mir über die Leber“ zeigen, wie selbstverständlich Menschen früher schon eine Wechselwirkung zwischen Gefühl und Organ verstanden haben.

Für Dr. Corty ist das keine nostalgische Rückkehr ins 16. Jahrhundert. Ihm geht es darum, das Wesentliche aus diesem Wissen in eine heutige Sprache zu übersetzen und auf ein modernes wissenschaftliches Niveau zu bringen.

Was hat es mit den unterschiedlichen „Biotypen“ oder „Signaturen“ auf sich?

Dr. Corty beschreibt, dass Menschen nicht gleich ticken. Nicht jeder reagiert gleich auf Druck, Erwartungen, Beziehungen, Konflikte oder gesellschaftliche Normen. Hinter diesem Ansatz steht die Signaturenlehre, also die Beobachtung, dass jeder Mensch eine bestimmte Grundnatur mitbringt.

Diese Grundnatur beeinflusst:

  • was einem Menschen wichtig ist
  • welche Talente und Neigungen er hat
  • wie er Konflikte verarbeitet
  • welche Denkstile er entwickelt
  • wo er besonders anfällig für Überlastung wird

Das ist entscheidend, weil ein Lebensweg von außen gut aussehen kann und innerlich trotzdem dauerhaft gegen die eigene Natur gerichtet ist. Genau dort beginnt oft das chronische Leiden.

Können äußere Lebensumstände krank machen, wenn sie nicht zur eigenen Natur passen?

Ja, und Dr. Corty veranschaulicht das mit einem eindrücklichen Beispiel. Er beschreibt eine Frau aus dem Berner Oberland, die eigentlich in die Welt des Geldes, der Geschäfte und des wirtschaftlichen Handelns gehört. Ihre Herkunft bindet sie aber an einen Bauernhof, auf dem sie nicht Erbin ist und nur eine dienende Funktion einnehmen würde.

Bleibt sie dort, lebt sie gegen ihre innere Anlage. Die Folge wäre aus seiner Sicht nicht nur Unzufriedenheit, sondern auf Dauer auch ein höheres Risiko für Schmerz und Krankheit. Wählt sie dagegen ihren natürlichen Weg, etwa im Bankwesen oder in einer leitenden kaufmännischen Rolle, dann bewegt sie sich in einem Milieu, das ihrer Anlage besser entspricht.

Bemerkenswert ist: Es ist dieselbe Person. Aber je nach Umfeld entstehen andere Erfahrungen, andere Belastungen, andere Gedankenmuster und damit auch andere gesundheitliche Entwicklungen.

Warum fragt Dr. Corty bei Krankheit nicht nur „Was ist das?“, sondern auch „Wovor schützt mich das?“

Weil Symptome manchmal nicht nur Last, sondern auch unbewusste Lösung sein können. Das ist der klassische Gedanke des sogenannten sekundären Krankheitsgewinns. Eine Erkrankung kann etwas verhindern, dem ein Mensch sich innerlich nicht gewachsen fühlt oder das er gar nicht tun möchte.

Er nennt dazu einfache, alltagsnahe Beispiele:

  • Wer stark auf Tiere allergisch reagiert, muss keine Tiere im Haus haben.
  • Wer ein schmerzhaft entzündetes Knie hat, kann bestimmte belastende Aktivitäten nicht mehr ausführen.
  • Wer unter Atemproblemen oder Bluthochdruck leidet, muss sich vielleicht aus einem Lebensrhythmus zurückziehen, den er ohnehin nicht mehr tragen kann.

Das bedeutet nicht, dass Krankheit „eingebildet“ wäre. Es bedeutet vielmehr, dass ein Symptom im Gesamtzusammenhang manchmal auch eine Funktion hat. Deshalb genügt es nicht, nur die Diagnose zu benennen. Die tiefere Frage lautet: Was verhindert diese Krankheit gerade in meinem Leben?

Was sagt Dr. Corty über Bluthochdruck?

Er betrachtet Bluthochdruck nicht einfach als eine starre Einzelkrankheit, sondern als Ausdruck verschiedener möglicher Hintergründe. Dahinter können finanzielle Nöte stehen, dauernder Leistungsdruck, fremde Erwartungen oder ein Ehrgeiz, der gar nicht aus dem eigenen Wesen kommt.

Besonders kritisch wird es, wenn ein Mensch lebenslang versucht, etwas zu erfüllen, das ihm von außen eingepflanzt wurde. Zum Beispiel ein familiärer Auftrag, endlich erfolgreich zu sein, Geld zu verdienen oder sich ständig beweisen zu müssen. Wenn diese Forderung gegen die eigentliche Begabung arbeitet, entsteht eine dauerhafte innere Spannung.

Genau hier schlägt Dr. Corty die Brücke von Symptomen zu Biografie. Ein guter therapeutischer Blick fragt deshalb nicht nur nach Werten und Medikamenten, sondern auch nach Lebensauftrag, Konfliktlage und ständiger Selbstüberforderung.

Wie stark beeinflussen Medien und gesellschaftliche Meinungen unser Denken?

Sehr stark. Dr. Corty warnt davor, fertige Meinungen zu übernehmen, nur weil sie als Schlagzeile, Empfehlung oder gesellschaftlicher Trend daherkommen. Viele Menschen übernehmen Haltungen, ohne zu prüfen, ob diese überhaupt zu ihrer eigenen Natur, ihrem Körper oder ihrer Lebenssituation passen.

Er nennt Beispiele aus dem Gesundheitsbereich, aber auch aus dem Alltag: Was soll gegessen werden? Was gilt als gesund? Was ist gerade modern? Wovor muss man Angst haben? Was muss ein idealer Mensch tun oder lassen?

Seine Kritik richtet sich nicht gegen Information an sich, sondern gegen unkritische Übernahme. Denn eine standardisierte Lebensweise widerspricht dem Gedanken, dass jeder Mensch anders angelegt ist. Das gilt für Ernährung ebenso wie für Lebensrhythmus, Beruf, Bewegung, Belastbarkeit und Heilwege.

Was meint Dr. Corty mit „synaptischen Autobahnen“?

Damit beschreibt er jene mentalen Hauptstraßen, auf denen Gedanken fast von selbst laufen. Wer einmal versucht, absichtlich nicht zu denken, merkt schnell, dass das kaum gelingt. Stattdessen tauchen immer wieder dieselben Inhalte auf.

Genau darin liegt eine wichtige Selbsterkenntnis. Wenn ein Mensch still wird und beobachtet, welche Gedanken von selbst auftauchen, erkennt er oft seine Grundmuster:

  • Angst vor Krankheit
  • ständige Selbstkritik
  • Katastrophendenken
  • Wut auf bestimmte Personen
  • fixe Erwartungen an sich selbst

Diese Muster sind nicht belanglos. Sie zeigen, welche inneren Programme dauerhaft Energie binden. Für Dr. Corty beginnt Veränderung deshalb nicht zuerst mit Verdrängung, sondern mit Beobachtung. Erst sehen, was immer wieder gedacht wird. Dann prüfen, ob es überhaupt wahr, hilfreich und dem eigenen Wesen entsprechend ist.

Warum kann der Satz „Ich will nicht krank werden“ problematisch sein?

Weil das Unbewusste mit Bildern, Emotionen und Resonanzen arbeitet, nicht in erster Linie mit logischer Verneinung. Dr. Corty erklärt das mit einem bekannten Beispiel: Wenn jemand hört „Denken Sie jetzt nicht an einen grünen Elefanten mit Rucksack“, dann erscheint genau dieses Bild im inneren Raum.

Das bedeutet: Wer ständig denkt „Ich will auf keinen Fall krank werden“, hält das Thema Krankheit permanent innerlich aktiv. Die Aufmerksamkeit bleibt an genau dem haften, was vermieden werden soll.

Ähnlich verhält es sich mit Sätzen wie:

„Ich will nicht so werden wie meine Mutter.“
„Ich will auf keinen Fall Krebs bekommen.“
„Ich darf niemals so enden.“

Aus seiner Sicht erzeugen solche Formulierungen eine emotionale Resonanz mit dem gefürchteten Thema. Das Nein verschwindet auf der Ebene des inneren Bildes häufig. Übrig bleibt die emotionale Bindung an genau das, wovor man sich schützen will.

„Wir dürfen nicht alles glauben, was wir denken.“

Teil 2 des Interviews

Der 2. Teil dieses Interviews beleuchtet die Themen Selbstprogrammierung, negative Gedankenmuster sowie Familienkonflikte und deren Folgen auf die Gesundheit. Erfahre darin auch über die praktischen Empfehlungen von Dr. Corty. Der 2. Teil wird hier auf diesem Blog am 15. Juli veröffentlicht. Wer das Interview schon jetzt vollständig sehen möchte, der kann das unter folgendem Link tun: https://www.youtube.com/watch?v=gNIfa44E1D8&t=1s

Seminar von Dr. Corty am 11. Juli: PSYCHOONKOLOGIE LIVE

NUR NOCH WENIGE PLÄTZE FREI!
Link zum Kurs: https://sekretariat.paracelsusakademie.org/produkt/psychoonkologie-live/

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